Rohtext, als Diskussionsgrundlage.

Offene Fragen:
- Gibt's das schon?
- Kann/darf der Bundestag der DFG solche Vorgaben machen?
- Definition von "öffentlich finanziert". Soll/kann das auch für finanzierte Großgeräte (z.B. NMR) gelten?
- ...

Ich bitte um Kommentare und Anmerkungen.

-

Petitionstext

Der Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, innerhalb einer angemessenen Frist allen Bürgern kostenfrei zugänglich gemacht werden müssen.

Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, sollen aufgefordert werden, entsprechende Vorschriften zu erlassen, sofern noch nicht vorhanden

Begründung

Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss.

Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen.

Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.

Damit die Kosten für den Staat und die Forschungsorganisationen möglichst gering bleiben, bietet sich an, die fraglichen Publikationen in einer zentralen, über das Internet zugänglichen Datenbank zu sammeln.

Quellen:
http://www.bmbf.de/de/6618.php
http://grants.nih.gov/grants/guide/notice-files/NOT-OD-08-033.html
http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2009/03/26/closed-minds-on-open-access/
http://open-access.net/de/startseite/

--

Update
Danke schon mal für die Antworten. Wäre es vllt. Sinnvoll, das in der Form eines obligatorischen Zweitverwertungsrechts im Urheberrecht zu fassen? D.h. dass ein Autor grundsätzlich das Recht hat, sein Werk frei zu veröffentlichen, unabhängig davon wo es publiziert ist.
Dann wäre es z.B. für die DFG anschließend problemlos möglich, zu verlangen, dass alle von ihr finanzierten Arbeiten frei online stehen.

Das Problem mit dem ursprünglichen Ansatz: Die DFG zum Beispiel hat gar keinen Überblick darüber, wieviele Veröffentlichungen aus der von ihr geförderten Forschung hervorgehen. Wie soll sie oder irgendwer dann so eine Vorschrift überwachen/durchsetzen?